Zeit

 

Für die meisten von uns ist es die selbstverständlich, dass die Zeit einer Linie gleicht. Wenn man einen Punkt darauf festlegt als Bezugspunkt der Gegenwart, kann man eindeutig sagen, was früher war und was später ist: das Frühere ist die Vergangenheit, das Spätere die Zukunft. Der gegenwärtige Bezugspunkt rückt immer mehr in Richtung Zukunft. Nach dieser Kategorie oder Zeit-Anschauung nehmen wir unser Leben wahr als „Zwischenraum“ - zwischen dem Anfang (Geburt) und dem potenziellen Ende dieser Linie (Tod). Der Bereich der Vergangenheit wird dabei immer größer im Verhältnis zu den Möglichkeiten den Zukunft: Wir haben immer weniger zu erwarten, je älter wir werden. Doch diese Tatsache wird von den meisten aus dem Bewusstsein verdrängt. Man lebt und tut gerne so, als ob kein Ende in Sicht wäre. Sterben müssen nur die andern.

 

Dieselbe lineare Zeitvorstellung steht hinter unserem Bild von Geschichte. Die Geschichte hat einen Anfang – z.B. das Alte Ägypten, das uns zahlreiche schriftliche Zeugnisse und Monumente hinterlassen hat, und ein potenzielles Ende, sofern die Menschheit einmal untergehen wird. Dazwischen findet so etwas Fortschritt statt oder die Evolution der Menschheit.

 

Das ist doch alles selbstverständlich, werden manche Leser meinen, wozu überhaupt darüber nachdenken? Gerade im Orient hat sich eine ganz andere Zeit-Anschauung entwickelt, wonach die Zeit vielmehr einem Kreis gleicht und in Zyklen verläuft. Die Idee der Wiedergeburt ist in unmittelbar mit diesem Zyklus-Modell der Zeit verknüpft, was Friedrich Nietzsche als „ewige Wiederkehr des Gleichen“ bezeichnet hat. Schon im Alten Ägypten hat sich diese Zeit-Anschauung entwickelt, wie sie im Papyrus Anana zum Ausdruck kommt.

 

Für mich persönlich sind diese beiden Zeitanschauungen beide wahr, zwei Seiten einer Medaille. Die Synthese von Linie und Kreis ist möglich im Modell der aufsteigenden Spirale, die sowohl den zyklischen Verlauf als auch das Moment der Höherentwicklung symbolisiert. Es gibt jedoch noch gewagtere Zeit-Vorstellungen, derzufolge das "Früher-Später" eine Illusion ist und eigentlich Alles gleichzeitig existiert, dass es demnach eigentlich keine früheren Leben gibt, sondern nur "andere Leben", die parallel verlaufen, was erklären würde, warum die Vergangenheit so lebendig erscheint. Für ein höheres Wesen wie SETH, der solche gewagten Anschauungen durch Channeling über das Medium "Jane Roberts" vermittelt hat, mag diese Perspektive wahr sein, für uns Menschen ist Zeit nicht anders vorstellbar als Abfolge von Ereignissen und entsprechenden "Ursache-Wirkungs-Ketten".

 

Doch hier interessiert uns weniger, was Zeit objektiv ist – die ist eine Frage der Metaphysik, um die sich die Physik als Naturwissenschaft kümmert und dabei häufig ihre Grenzen überschreitet, wenn sie erste und letzte Fragen über den Ursprung der Welt und über Gott zu beantworten sucht. Hier geht es mir um die Frage des subjektiven Erlebens von Zeit. Die Rückführungstherapie zeigt: wir stecken immer mit einem Fuß in der Vergangenheit, und zwar mitten in früheren Leben, sofern sie nachhaltige Eindrücke hinterlassen haben. Die Vergangenheit wirft sozusagen ihre Schatten über die Gegenwart, was uns am "Glücklich-Sein" im Hier und Jetzt hindert.

 

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!