Wiederholungszwang

 Ich habe bewusst dieses  Zitat von George Santayana an den Anfang gestellt, weil es einerseits eine zentrale Hypothese ist, von denen alle Reinkarnationstherapeuten ausgehen und die sie anhand von zahlreichen Fallbeispielen auch belegen können. Andererseits soll sie Gäste auch zum Widerspruch oder auch zum Weiterlesen provozieren. Denn man kann ebenso dem entgegen halten und genügend Gründe für die  Gegenposition finden, dass Menschen als Geistwesen frei sind, sich anders zu verhalten, als es die Vergangenheit wie ein Programm vorschreibt. Ausgebildet in Philosophie und Logotherapie habe ich selbst für diese Gegenposition plädiert und gegen ein Menschenbild, das den Einzelnen die Freiheit und Verantwortlichkeit abspricht. Doch in der harten Realität erscheinen viele Menschen gefangen wie ein Hamster in einem Laufstall, der ihnen eine gewisse Bewegungsfreiheit vorgaukelt: sie spulen jeden Tag das gleiche Programm ab wie in einer "Endlosschleife" und ebenso wiederholen sich bestimmte Erfahrungsmuster in ihrem Leben. Sigmund Freud , der Begründer der Psychoanalyse, hat jedenfalls dafür den Ausdruck „Wiederholungszwang“ geprägt. Gemeint ist damit der unkontrollierbare Zwang, alte Verhaltensweisen oder Geschichten, derer wir uns nicht mehr bewusst sind, wieder aufzuführen, wobei Freud die „ersten Ursachen“ nur in der frühen Kindheit verankert hat. Sein Schüler Otto Rank ging bei seiner Ursachen-Forschung zurück bis in den Mutterleib und zum Trauma der Geburt. Die Rückführungstherapie kann durch bestimmte Techniken verschüttete Erinnerungen wieder an die Oberfläche des Bewusstseins holen und nachweisen, dass es tatsächlich ähnliche Erlebnisse oder "Ur-Sachen" gibt in der frühen Kindheit, im Mutterleib und in einem oder mehreren früheren Leben, die wie durch einen roten Faden miteinander verknüpft sind. Es sind bestimmte "Drehbücher" (die Psychologie spricht auch von "Skripts"), die sich so lange wiederholen, bis eine bestimmte Erkenntnis gewonnen, eine Schuld vergeben, eine bestimmte Angelegenheit zu einem Abschluss gebracht oder die verborgene "Ur-Sache" aufgedeckt worden ist. Das ist der eigentliche Sinn und Zweck der Rückführungs- oder Reinkarnationstherapie.  

 Im Rahmen der Rückführungstherapie bedeutet also der Begriff "Wiederholungszwang", wie Roger Woolger treffend bemerkt „Wenn wir diese Theorie über eine einzelne Inkarnation hinaus erweitern, können wir rasch sehen, dass das neurotische Verhalten eines Menschen, obwohl irrational in der Gegenwart, vollkommenen Sinn im Rahmen einer Geschichte aus einem früheren Leben ergeben kann. Die Frau mit der Feuerphobie ist vielleicht auf einem Scheiterhaufen gestorben; der Mann, der vor Menschenansammlungen Angst hat, wurde möglicherweise bei einem Aufstand niedergetrampelt. Das Kind, das sich vor lauten Geräuschen fürchtet, trägt vielleicht Erinnerungen an einen Tod auf dem Schlachtfeld in sich; und der Erwachsene mit der Flugangst könnte in einem früheren Leben als Kriegspilot abgeschossen worden sein.“ ("Vergangene Leben heilen, S.35f). Der Autor spricht hier von Möglichkeiten, da wir hier keine generelle Schlussfolgerungen ziehen können, sofern es viele konkrete Auslöser in der Vergangenheit geben kann für ein bestimmtes Symptom in der Gegenwart. Man könnte natürlich entgegnen, dass es in der Natur des Menschen liegt, Angst vor Gefahren zu haben - vor Feuer, Menschenmassen oder Flugzeugen und dass es vielleicht im Erbgut liegt, dass jemand eine entsprechende Phobie entwickelt. Folgendes Fallbeispiel aus meiner eigenen Praxis spricht gegen diese Annahme, denn sicherlich gibt es keine angeborene Angst vor Spiegeln. 
 

Das Fatale ist, dass die Angst nicht nur die Lebensqualität extrem mindert, da man überall Gefahr wittert und sich nicht entspannen kann, sondern dass sie genau das anzieht, wovor sie sich fürchtet. Nach dem sogenannten Gesetz der Resonanz  ziehen wir solche Situationen magisch an, die wir nicht leiden können, die unseren wunden Punkt berühren und unsere alten Wunden aufreißen. Warum? Weil sie nur so Heilung geschehen kann, weil nur so "unerledigte Angelegenheiten" abgeschlossen werden können, Vergebung stattfinden und Hass in Liebe verwandelt werden kann. Darin sehe ich den Sinn meiner ANKH-Rückführungstherapie.


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