George Santayana

 

Es ist immer etwas problematisch, Zitate aus dem Kontext zu greifen und sie zu verwenden, um die eigene Anschauung – hier im Hinblick auf den sogenannten „Wiederholungszwang“ - zu untermauern. Der Rückführungstherapeut Roger Woolger hat mich in seinem Buch „Vergangene Leben heilen“ (S.13) auf dieses Zitat des amerikanischen Philosophen George Santayana (1863-1952) aufmerksam gemacht – seine bekannte Warnung in dem Werk „Life of reason“: “Those who cannot remember the past are condemned to repeat it”. Dieses Zitat wird heute meist in einem historisch-moralischen Sinn verwendet. Im originalen Zusammenhang argumentiert Santayana damit jedoch gegen einen naiven Fortschrittsglauben und gleichzeitig gegen den Perfektionismus und Idealismus des Christentums. Diesen gegenüber setzt er einen Pragmatismus, der Fortschritt nur kennt als eine Veränderung, die auf dem Bewusstsein der Vergangenheit beruht. Ohne diese Erinnerung, d.h. ohne diese Geisteshaltung, gibt es keinen Fortschritt und kein Lernen aus der Erfahrung.


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