ORIENT: die Idee der Wiedergeburt

 

In den ältesten Schriften der Veden wird zwar noch ein sinnenfreudiges Leben im Götterhimmel als Heilsziel erwartet und die persönliche Unsterblichkeit vorausgesetzt (vgl. Rig Veda, ca. 1500 v.Chr.). Allerdings sind die Voraussetzungen zum Glauben an die Wiedergeburt bereits in den BRAHMANAS angelegt, nämlich der Glaube an den Wiedertod: "Wer ohne sich von diesem Tode befreit zu haben, in jene Welt hinübergeht, ..., den tötet er (der Sonnengott) in jener Welt wieder und wieder". Damals hielt man eine Wiedergeburt für möglich und es galt sogar als erstrebenswert, mit Hilfe des Opferwissens der Priester, der sogenannten Brahmanen, wiedergeboren zu werden auf dieser Erde. Schließlich hielt man die Reinkarnation für notwendig und das Gefangensein im Kreislauf der Wiedergeburten wurde als Unheilssituation verstanden, die Befreiung aus dem sogenannten "Samsara" als Heilsziel. Wege zu diesem Ziel waren Askese und Yoga (Dhyana-Marga), Erkenntnis (Juana-Marga) und liebevolle Hingabe an einen persönlichen "Herrn", Ishvara genannt in den sogenannten "Bhakti-Religionen", von denen es ebenso viele gibt wie Götter im hinduistischen Glauben.

 

Frühestens seit ca. 1000 v.Chr. war der Glaube an Wiedergeburt und Karma vorherrschend in der Lehre der Brahmanen, wie sie in den Upanishaden niedergelegt wurde, im daraus entstandenen polytheistischen Hinduismus und seit 500. v.Chr. in der Lehre Buddhas, der im Zustand der Erleuchtung (Bodhi) alle seine vergangenen Leben geschaut haben soll und sich dabei von allen Göttern verabschiedet hat. Denn im Zustand des Nirvana ist das Nichts zugleich Alles und Alles identisch mit dem Nichts. Interessanterweise wurde die Wiedergeburt weder im Hinduismus noch im Buddhismus als erstrebenswertes Ziel betrachtet, sondern vielmehr die Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten als Heilsziel anvisiert. Dasselbe gilt auch für den Jainismus, der etwa zeitgleich mit dem Buddhismus entstanden ist und in der Bindung der Seele an die Materie das Unheil schlechthin sieht. Dabei geht auch der Jainismus davon aus, dass die Einzelseele von sich aus allwissend und selig ist, jedoch affiziert durch das Körperliche. Das Nirvana nach Vorstellung der Jainisten ist ein Zustand des reinen Seele-Seins verbunden mit Seligkeit, Ruhe und Allwissenheit unter Wahrung der Individualität. Seit 500 v.Chr. hat in Indien kaum jemand an der Reinkarnation gezweifelt, wenn auch im Volksglauben der Hindus die Wiedergeburt als niederes Tier für möglich gehalten wurde und so die Wahrheit verzerrt dargestellt wurde, auch um das strenge Kastensystem politisch zu untermauern.

 

Um die gleiche Zeit lehrte Pythagoras (ca. 570 - 480 v.Chr.), den jedes Kind aus dem Mathematik-Unterricht kennt (rechtwinkliges Dreieck - "Satz des Pythagoras") in seiner Myterienschule erstmals in Griechenland, dass die Seele sich immer wieder verkörpert. Was weniger bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, dass sogar im Alten Orient, und zwar im Mittleren Reich der Ägyptischen Hochkultur die Reinkarnation auf dieser Erde zumindest von Eingeweihten gelehrt wurde, wie aus dem Papyrus Anana(um 1320 v.Chr.) hervorgeht.

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