Menschenbild                                                       

 

Ich behaupte als Philosophin, die über die Anthropologie von Max Scheler und Menschenbilder in der Psychologie promoviert hat: jeder Mensch hat ein Menschenbild - eine vage, nicht weiter reflektierte Vorstellung davon, was er selbst ist. Dieses Bild ist bestimmt durch Informationen, die wir im Erziehungsprozess über Schule und Massenmedien verinnerlicht haben. Seit Descartes wurde der Mensch sozusagen aufgespalten in zwei getrennte Teile – in Körper (res extensa = ausgedehnte Substanz) und Seele bzw. Geist (res cogitans = denkende Substanz). Seit dem gibt es das Leib-Seele-Problem in der Philosophie: Wie kommt die Verbindung zustande zwischen diesen beiden getrennten Welten? Die Wissenschaft hat das Problem gelöst, indem sie Geist und Seele durchgestrichen und auf materielle Prozesse reduziert hat. Viele wissenschaftlich Gebildete oder „Verbildete“ halten sich im Sinne dieses noch immer weit verbreiteten Materialismus für "nichts anderes als" einen Organismus, der als Gen-Produkt einer zufälligen Evolution entstanden ist und nach dem Tod selbstverständlich vergeht. Das Leib-Seele-Problem löst sich von selbst, wenn auch die Seele oder der Geist als etwas Räumlich-Ausgedehntes verstanden wird, als Energiefeld, das jeden Einzelnen umgibt, und wenn der physische Körper als verdichtete Form von Energie aufgefasst wird. Dass Alles, was existiert, lediglich Energie ist in unterschiedlicher Schwingung, vergleichbar mit verschiedenen Aggregatzuständen (fest, flüssig, gasförmig) -, steht durchaus im Einklang mit Einstein und der modernen Quantenphysik.

 

Anhänger der Reinkarnation glauben, dass ihr Ich als Seele bzw. Geistwesen unvergänglich ist und wollen gerne wieder auf diese Erde zurück kommen, sofern ihnen ihr Leben lieb ist - im Gegensatz zu gläubigen Hindus oder Buddhisten, die danach streben aus dem unseligen Kreislauf der Wiedergeburten befreit zu werden. Christen dagegen gehen aus von der Einmaligkeit des Individuums und seiner Existenz: „Man lebt nur einmal“ und sollte deshalb auch in diesem Leben nach Erlösung streben und Christus nachfolgen, nach Schätzen im Himmel streben und nicht nach irdischen Gütern.

 

In meinem Ansatz integriere ich diese verschiedenen Ansichten: mein Menschenbild stellt eine Synthese von scheinbaren Gegensätzen dar im Sinne eines "sowohl-als auch":

 

  1. Es gibt eine ewige Seele ("Höheres Selbst"), die den Tod überlebt, doch sie ist nicht identisch mit dem gegenwärtigen Ich und ebensowenig „eins“ mit einem früheren oder zukünftigen Ich. Die Seele ist vielmehr derselbe Kern, der das frühere mit dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Ich verbindet – so wie auf diesem Hintergrundbild verschiedene konzentrische Kreise, die auch für sich existieren könnten, um jeweils ein Zentrum angeordnet sind.

  2. Diese ewige Seele ist bereits vollkommen, während ihr jeweiliges Ich sich von ihr entfremdet und in vielen Inkarnationen bestimmte Fähigkeiten in Folge von negativen Erfahrungen verloren bzw. abgespalten hat.

  3. Entwicklung ist zunächst ein Prozess des Sich-Entfernens vom göttlichen Zentrum im Inneren, sozusagen ein Abfall von Gott (insofern sind wir alle "gefallene Engel"). Diese Selbstentfremdung zielt jedoch darauf ab, 1. dass wir uns bewusst wieder erinnern, was wir eigentlich sind – vollkommene "Kinder Gottes", 2. dass wir wieder den Himmel in uns entdecken und dorthin wie "der verlorene Sohn" heimkehren, 3. dass wir diese Ganzheit in unserem Leben zur Entfaltung bringen und unseren persönlichen "Himmel auf Erden", d.h. bestimmte Ideale verwirklichen.

     

    Daraus ergibt sich:

    Solange sich der Einzelne entfremdet ist von seinem "Höheren Selbst" und der geistigen Dimension seines Daseins, bleibt er unfrei, gefangen in "Endlosschleifen" (Wiederholungszwang): er reproduziert Geschichten aus der Vergangenheit seiner Seele und hat im Grunde keine Zukunft, keine neuen Möglichkeiten.  Sobald sich das Individuum wieder mit seiner Seele verbindet, zugleich seinen Körper vergeistigt und seinen Geist zunehmend verkörpert, erlangt es seine Freiheit zurück und kann sich jederzeit anders entscheiden, als es eingefleischte Programme aus der Vergangenheit vorschreiben. Er kann die "innere Umkehr" (Metanoia) vollziehen, die uns Jesus Christus vorgelebt hat, die Befreiung vom Karma der Vergangenheit durch göttliche Gnade, die Erlösung von allen Sünden, weshalb sich der "Sohn Gottes" für uns am Kreuz hingegeben hat. 

     

    Diesen Prozess der Umkehr (Neuorientierung) in Gang zu setzen, ist das eigentliche Anliegen der ANKH-Rückführungstherapie. Dazu sind nicht unbedingt konkrete Erinnerungen an vergangene Leben notwendig, jedoch die Erinnerung daran, was MAN/FRAU eigentlich IST...

     


Zurück zur Hauptseite

 

 

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!