Logotherapie nach Viktor E. Frankl

 

Frankl hat seine Richtung der „Psychotherapie vom Geistigen her“ als dritte Wiener Schule verstanden neben der Psychoanalyse von Sigmund Freud und dessen Schüler Alfred Adler und gegenüber dem „Willen zur Lust“ (Freud) und dem „Willen zur Macht“ (Adler) einen „Willen zum Sinn“ proklamiert. Sinnfindung ist zweifellos ein fundamentales menschliches Bedürfnis, das sich auch in der religiösen Grundhaltung niederschlägt und in der Anschauung, dass der Mensch mehr ist als ein genetisches Produkt der Evolution. Sinn kann der Einzelne nur finden, wenn er über sein eigenes Ego hinaus geht und sich für eine bestimmte Sache oder für einen anderen Menschen hingibt. Etwas aus Liebe für andere oder aus Interesse zu einer bestimmten Sache sich zu engagieren vermittelt dem Menschen diese Sinn-Erfüllung. Das Glück ist ein Nebeneffekt dieser Einstellung der „Selbsttranszendenz“, was nichts anderes bedeutet, als "mit offenem Herzen" bei einem anderen Menschen oder einer bestimmten Arbeit zu sein. Frankls Werk kann man sicherlich nicht auf einer Internet-Seite gerecht werden und seine Einsichten als philosophisch geschulter Psychiater gehören für mich zur "Philosophia perennis", zur zeitlosen Wahrheit.

 

Frankls Grundthesen und seine wunderbare philosophisch untermauerte Psychotherapie würde ich heute noch unterschreiben und ich verstehe mich auch jetzt noch als Logotherapeutin, da es mir immer um die Sinnfindung geht, auch wenn ich meine, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt, wenn wir nur genügend tun für andere oder für eine gute Sache. Ich meine, dass wir gezielt diese Traumata behandeln sollten, indem wir uns wieder daran erinnern, wie sie entstanden sind, um wahrhaft freie Menschen zu werden, die nicht wie Roboter ihre eingefleischten Programme abspulen. Frankls Bild des Menschen war vielleicht etwas zu idealistisch, weil er von sich selbst ausgegangen ist und vom Schicksal so weit geformt wurde, dass er seinen GEIST voll entfaltet hat und er als Jude unversehrt das KZ überlebt hat, da er schon damals ein Ziel vor Augen hatte: eine eigene „Psychotherapie vom Geistigen her“ zu begründen. Als solcher ist er eigentlich der Pionier der „transpersonalen Psychologie“ in Amerika, welche die spirituelle Grundlage des Menschen in den Vordergrund rückt bei der Behandlung von psychischen Symptomen.


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