Karma – das Naturgesetz von Ursache und Wirkung

 

Der Begriff „Karma“ ist durch die Esoterik fast schon in unsere Umgangssprache eingegangen und wird in der Regel so verstanden, dass alles, was wir tun, wie ein Echo oder ein Bumerang auf uns zurückfällt – in diesem oder in einem „auf uns zukommenden“ Erdendasein. In einer leistungsorientierten Gesellschaft denkt man dabei in erster Linie an Taten und Werke, die möglichst gut sein sollen, damit man positive Früchte ernten kann. So wird die Karma-Lehre bei uns moralisch verstanden im Sinne einer ausgleichenden Gerechtigkeit, wie sie schon im Alten Testament zum Ausdruck kommt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Hier ist es der zornige, rächende Gott, der für Gerechtigkeit sorgt, der gute Taten belohnt und schlechte Taten bestraft. Doch das Karma-Gesetz selbst funktioniert von selbst und bedarf keines göttlichen Eingriffs. Nach dieser moralischen Interpretation entspricht es der Goldenen Regel des Konfuzius, die allerdings negativ formuliert ist: „Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu!“. In der Bibel heißt es entsprechend positiv formuliert: „Was du säst, das wirst du ernten“. Nur geht dieses "du" der Karma-Lehre zufolge über das gegenwärtige Leben hinaus, so dass das heutige Ich durchaus den "Samen" eines Vorgängers in sich tragen kann, der bei entsprechender Gelegenheit aufgehen wird, so dass dieses Ich etwas erntet, was ein anderes Ich in einem Vorleben gesät hat. Ebenso kann es sein, dass ich heute etwas säe, was erst mein Nachfolger ernten wird. Das verbindende Glied ist die Seele, der Kern der verschiedenenen Ich-Persönlichkeiten, die sich verhalten wie Kreise mit unterschiedlichem Durchmesser, die um ein und dasselbe Zentrum angeordnet sind (siehe Hintergrund-Bild).

 

Warum überhaupt über diese philosophische Frage, was Karma eigentlich ist, nachdenken, wenn es doch nur um die Praxis der Reinkarnationstherapie geht? Tatsächlich bestimmt diese Anschauung auch die therapeutische Praxis. Denn wenn ich als Therapeut Karma als moralisches Gesetz verstehe und die Erfahrungen in verschiedenen Leben als Erziehungs- und Lernprozess in der Schule des Lebens, dann werde ich beispielsweise zu jedem Opferleben, das in der gegenwärtigen Psyche seine Spuren - "Wunden und Narben" - in die Psyche eingegraben hat, ein entsprechendes Täterleben suchen, d.h. als Therapeut und "Ursachenforscher" herausfinden wollen, warum jemand eine bestimmte traumatische Erfahrung durchleben musste (z.B. Methode von Trutz Hardo und Vaillières-Schmitz). Da das Unterbewusstsein immer Antwort gibt auf die jeweilige Frage, die man ihm stellt, werden sich auch solche "ursächlichen Handlungen" zeigen und aus dem Patienten einen Täter machen, der einst anderen genau dasselbe Leiden zugefügt hat, das er in einem späteren Leben als Opfer am eigenen Leib erfahren musste. Dieses Karma-Gesetz ist eine unumstößliche Tatsache, weil - wie ich meine - wir in GOTT ALLE EINS sind und deshalb uns immer ins eigene Fleisch schneiden, wenn wir ein anderes Wesen verletzen und damit gegen das höchste Gesetz der LIEBE verstoßen. In der Zeit kommt diese Wirkung allerdings in der Regel viel zu spät auf uns zurück, meist sogar erst auf ein "künftiges Ich", das eigentlich die Tat selbst nicht verursacht hat und deshalb auch nicht wirklich aus dieser "Bestrafung" lernen kann. Sicherlich wäre diese Lernmethode an sich "unsinnig", wenn die Strafe nicht "auf den Fuß folgt".

 

Jedenfalls findet ein Therapeut mit moralischer Intention zu jedem Opfer- ein Täterleben und stellt fest, dass ein karmischer Ausgleich von oben gefordert wird, dass aus jedem Täter irgendwann ein Opfer werden muss, das eine ähnliche Verletzung zu durchleben hat. Dabei wird sich der Klient automatisch "Schuld zuweisen", was ich persönlich als problematisch empfinde, da das von diversen Religionen geschürte Schuld-Bewusstsein den Menschen knechtet und ihn seiner Würde beraubt. Deshalb macht es meiner Ansicht nach keinen Sinn, die Patienten generell in die Rolle des Täters zu versetzen - allenfalls bei solchen Klienten, die es gänzlich verlernt haben, die aggressive Seite zu leben, für etwas Sinnvolles zu kämpfen und aktiv zu werden oder bei Patienten, die unter Schuldgefühlen leiden. Dann ist es unumgänglich, die vergangenen Taten oder Unterlassungen aufzudecken, für die sich das gegenwärtige Ich noch immer schuldig fühlt und sich selbst bestraft, da nur so der Prozess der Selbstvergebung in Gang gesetzt werden kann.  

 

Meiner Meinung nach sollten wir das Karma-Gesetz wie ein reines Naturgesetz interpretieren, das nicht in sich sinnvoll ist, sondern einfach nach bestimmten Mechanismen funktioniert: „Jede Aktion erzeugt eine Reaktion“. Tatsächlich gehören zu diesen „Aktionen“ nach der indischen Karma-Lehre auch die unsichtbaren, ungreifbaren Gefühle und Gedanken - Energien in Reinform, die etwas materialisieren, erschaffen können auf der materiellen Ebene. In den Upanishaden – indischen Schriften, die ca. 300 v.Chr.verfasst wurden, heißt es schlicht und ergreifend: „Was einer denkt, dazu wird er. Das ist das ewige Geheimnis.“ Bei Roger Woolger heißt es (S.94): „Sowohl Buddhisten als auch Hindus glauben, dass der letzte Gedanke im Augenblick des Todes die Art der nächsten Inkarnation bestimmt.“ Dieser Glaube wird durch die Reinkarnationstherapie bestätigt, da die Gedanken beim Sterben zum Programm werden und als solche "Glaubenssätze" die künftige Lebenseinstellung entscheidend prägen (siehe Fallbeispiel).


Wenn wir uns einmal bewusst machen, wieviele unsinnige Gedanken uns tagtäglich immer wieder durch den Kopf gehen wie "Endlos-Schleifen", dann wird uns eines klar: Karma als Produkt unserer Gedanken ist keineswegs an sich moralisch sinnvoll und notwendig. Es erzeugt vielmehr endloses Leiden. Deshalb haben wir im Rahmen der Reinkarnationstherapie das Recht und die Pflicht dazu, Karma als Frucht destruktiver Gedanken aufzulösen, ohne dass wir dabei den Einzelnen von seiner Verantwortung entbinden. Jeder sollte sich seiner geistigen Schöpferkraft bewusst werden anstatt in Unwissenheit zu verharren, immer wieder dieselben alten destruktiven Gedankenmuster zu erzeugen und sich damit selbst Fesseln anzulegen. Die ANKH-Rückführungstherapie zielt darauf ab, solche "Schicksalsknoten zu entbinden".


 

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