Integration

 


Dieser innerhalb der Psychologie äußerst schwammige Begriff, der sich dennoch großer Beliebheit erfreut, wird in der Regel mit Ganzwerdung assoziiert. Dahinter steckt die Vorstellung, dass die Psyche in bewusste und unbewusste Teile gespalten ist und dass wir insbesondere männliche und weibliche Anteile gleichermaßen entfalten und in unserer Persönlichkeit vereinigen sollen, dass wir sowohl männlich als auch weiblich sein können - was immer das heißen mag. Psychologen, welche die Psyche als Hirnfunktion bzw. Nervenprozesse betrachten, haben allenfalls die Zusammenarbeit der beiden Hirnhälften im Kopf, wenn sie von Integration sprechen. Ebenso wird der Begriff "Integrativ" gerne im Hinblick auf die Kombination verschiedener Methoden innerhalb der Psychotherapie gebraucht. 

Innerhalb der Rückführungstherapie hat der Begriff eine andere Bedeutung. Denn hier wird von Vornherein die Existenz einer Seele vorausgesetzt, die per se immer schon ganz und eins war - kein zusammengesetztes "Patchwork". Diese Seele, von der das gegenwärtige Ich nur bestimmte Aspekte verkörpert, bildet die grundlegende Einheit der Persönlichkeit, die dann in Gefahr ist, wenn es zur Besessenheit gekommen ist, d.h. verschiedene Seelen einen Körper beherrschen wollen. Doch bleiben wir vorerst bei dem Normalfall, dass ein bestimmtes Ich auch der einzige Herr ist in seinem eigenen Körper, mit dem es sich in der Regel auch voll und ganz identifiziert. Gerade im Zuge des Materialismus machen Menschen ihre persönliche Identität an ihrem Körper fest, den nur wenige Menschen so akzeptieren können, wie er ist. Ebenso wenig akzeptieren die meisten Menschen ihre Innenwelt, die sie nicht einmal mehr wahrnehmen und sich damit von ihrer Seele entfremden, sondern sich überwiegend nach außen richten, während sie ihr komplexes Berufsleben und Privatleben in den Griff zu kriegen versuchen. Dabei haben die meisten Menschen keine Verbindung mehr zu ihrer Seele bzw. ihrer inneren Ganzheit und identifizieren sich im Zustand der Selbstentfremdung mit einem bestimmten Teil, den sie für ihr Ich halten, während sie andere Seiten ihrer selbst als "Nicht-Ich" bzw. "Schatten" im Sinne von C.G. Jung ins Unbewusste verdrängen, mithin von eigenen Selbstbild (Image) abspalten.

So weit geht die Rückführungstherapie mit der Tiefenpsychologie konform. Was also ist überhaupt neu an dieser Sichtweise? Die in Rückführungen zu belegende Tatsache, dass traumatische Erlebnisse und daraus resultierende Entscheidungen nach dem Prinzip der Generalisierung bzw. Verabsolutierung "Nie wieder werde ich..." oder "Es wird immer so sein" die gegenwärtige Form der Persönlichkeit bestimmen und zur Abspaltung bestimmter Fähigkeiten führen und damit zugleich zur Einschränkung der persönlichen Freiheit, so dass der Betreffende jetzt etwas Bestimmtes nicht mehr kann, was er früher einmal gut konnte. Er ist und bleibt gefangen in einer "Endlosschleife" - vergleichbar mit einem "Loop" innerhalb eines Musikstückes oder einem Endlos-Tonband. Freud hat dafür den Begriff "Wiederholungszwang" geprägt. Die Aufgabe einer Rückführungstherapie ist in diesem Fall die Aufdeckung des ursächlichen traumatischen Erlebnisses, welches zur Abspaltung geführt hat und die Integration des Bereiches, der durch ein "nie wieder" tabuisiert wird. Somit ist eigentlich jede Integration eine Reintegration, da das Ich in einem vergangenen Leben bereits über die Fähigkeit verfügt hat.

 


 


 

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