Ankh und Reinkarnation?

Das ANKH symbolisiert im Alten Ägypten das ewige Leben oder die Lebensenergie, die mit dem Atem aufgenommen wird. Das Auftauchen dieses Zeichens wird in Verbindung gebracht mit Imhotep (2600 v.Chr.), der sowohl Baumeister (Stufenpyramide in Sakkara, Djoser-Pyramide), als auch Arzt und Priester gewesen sein soll. Was hat dieses ANKH nun mit Reinkarnation zu tun, wird sich der einschlägig informierte Leser fragen. Die Idee der Wiedergeburt ist im ägyptischen Denken durchaus angelegt in der Vorstellung, dass die Sonne abends untergeht, mithin stirbt, während der Sonnengott auf seiner Barke durch die Unterwelt fährt, und morgens scheinbar wiedergeboren wird. Der Skarabäus, der aus einer Mistkugel neues Leben entstehen lässt, wurde als Symbol dieser Wiedergeburt betrachtet. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Idee einer Wiedergeburt auf Erden den alten Ägyptern nicht fremd war, was in dem wunderschönen Papyrus Anana zum Ausdruck kommt. Die Ägypter glaubten jedenfalls, dass die Seele nach ihrem Tod weiter lebt - und zwar in der Unterwelt oder im Himmel, was wohl dem Pharao vorbehalten sein sollte, der als Heilsziel die endgültige Vereinigung mit dem Sonnengott im Auge hatte, aber solange noch in seinem mumifizierten Körper weiter existieren wollte. Vorher sollte er alle Prüfungen in der Unterwelt bestehen und dazu wurde wiederum die regelrechte Mumifizierung als Voraussetzung betrachtet für diese endgültige Erlösung. Wahrscheinlich war das Ritual der Mumifizierung, durch den die Seele des Pharaos im Grunde an den Körper gebunden wurde, nur eine Verzerrung der Wahrheit und eine Erfindung der Priester, die damit ihre Macht über das Leben nach dem Tod etablieren wollten.

In der Amarna-Periode unter dem Pharao Echnaton (1374-1335 v.Chr.) wurde ANKH als Leben-spendende Kraft und Manifestation des Einen Gottes Aton dargestellt. Sein Symbol ist die Sonnenscheibe, von der viele Strahlen ausgehen, wobei einige ein Ankh in ihren Händen halten und es dem Pharao, seiner Frau Nofretete und ihren Kindern überreichen. Für Echnaton, dessen vehementer Einsatz für den Monotheismus revolutionär war, sofern er den Glauben an die vielen Götter und die Macht der Priester abschaffen wollte, war es dieser Eine Gott ATON, der Allem, was existiert, das Leben schenkt - eine höchst moderne pantheistische Vorstellung, die wohl der eigentlichen Wahrheit vom "All-Eins-Sein" am ehesten entspricht.

                                            

Dieser göttliche Funke alles Lebendigen findet seinen Ausdruck im ANKH-Symbol, das ich aus diesem Grunde gewählt habe zur Bezeichnung meiner Rückführungsmethode, welche diesen göttlichen Funken im Klienten wieder durch eine gezielte Atmung beleben und bewusst machen möchte und ihn dabei auf eine Seelenreise in die Vergangenheit begleitet. Dabei könnte er oder sie durchaus im Alten Ägypten landen, sofern er sich vom ANKH-Symbol angesprochen fühlt, vielleicht sogar auf Atlantis, möglicherweise aber auch im zweiten Weltkrieg oder im Mittelalter. Wir lassen der Seele ihren freien Lauf, welche Erinnerungen an die Oberfläche kommen möchten und welche alten Wunden geheilt werden wollen. Denn in der Regel zeigen sich die unangenehmen, "nicht verdauten" Erlebnisse, sogenannte "unerledigte Angelegenheiten". Man sollte also eine solche Reise "zurück in die Vergangenheit" nicht zum Vergnügen machen, auch nicht aus bloßer Neugier. Es ist nur dann sinnvoll, in die Vergangenheit einzutauchen, wenn ihre Lasten und Schatten den Menschen an seiner freien Entfaltung hindern.

Doch bleiben wir noch eine Weile bei diesem Schlüssel-Symbol. Das ANKH symbolisiert auch die Ganzheit, die Vereinigung des Männlichen, dargestellt in der senkrechten Achse und des Weiblichen, das sich im Oval widerspiegelt. Ebenso spiegelt das Kreuz die Welt der Materie wider, der Kreis die ewige Seele. Diese Integration von männlichen und weiblichen Anteilen, von materieller Erdverbundenheit und spiritueller Gesinnung spielt auch in dieser Rückführungsmethode eine wichtige Rolle, weshalb kein anderes Symbol besser passt für meine integrative Rückführungstherapie. Deshalb verwende ich auch in der Therapie ein konkretes ANKH, das ich selbst aus königsblauen Lapislazuli-Perlen angefertigt habe, da auch Lapislazuli diese Integration unterstützt.

 


Zurück zur Hauptseite

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!